Sonntag, 7. September 2008

Auto

F.s und meine erste Errungenschaft hier ist unser erstes eigenes und zudem gemeinsames Auto. Yeah! Schaut`s euch an. Es ist wahrlich ein Prachtstück. Zwar hat es schon einige Jahre auf dem Buckel, 18 um genau zu sein, ist aber prächtig in Schuß und durfte in seinem bisherigen Leben lediglich 170 000 km fahren. Es wird sich mit uns nun wohl gut amüsieren dürfen, und wir uns mit ihm. Es ist nicht nur für unser menschliches Auge ein wahres Schiff, nein auch J. wird sich schnell ihr eigenes Königinnenreich im hinteren Bereich des Fahrzeugs erschlossen haben, hat sie erst einmal drin gesessen.

Sollte man das Bedürfnis haben, eine ganz besondere Aussicht zu genießen, hat man die Möglichkeit, im Kofferraum dieses großen Wagens einen Zusatzsitz auszuklappen, so daß man von da aus nach hinten aus dem Auto schaut. Für wen das jedoch gedacht sein soll, bleibt mir ein Rätsel. Es ist schließlich nicht so, daß der Person da hinten auch genügend Platz für Beine und Füße gelassen wäre.

Am vergangenen Freitag sollte mein erster Tag sein, an dem ich mir Wohnungen kritisch unters Auge nehmen wollte. Nachdem jedoch der mich exzellent versorgende und wirklich gründlich informierende Angestellte der RBC (Royal Bank of Canada) eine geschlagene Stunde benötigte, mir ein Konto zu eröffnen, blieb mir nichts anderes übrig, die ersten beiden Wohnungsbesichtigungstermine in den Wind zu schlagen. Ich bin jetzt zwar einwandfrei aufgeklärt über alle Eventualitäten und Transaktionsbesonderheiten, die mein Konto bei der RBC mit sich bringt, jedoch entgingen mir zwei potentielle Wohnstätten. ... nun ja, S., der Verantwortliche und Vorsitzende des Sprachendepartments meines einen Colleges, bietet mir immer wieder und eindringlich an, sein Telefon zu benutzen, mir bei ihm und seiner Frau den Bauch vollzuschlagen, und auch, nicht das erstbeste Wohnangebot anzunehmen. Wir könnten immer, immer, immer, sagt er, bei ihm und seiner Frau unterkommen. Keinen Tag würden wir auf der Straße sitzen müssen.
Apropos Telefone. Dies ist eine wirklich heikle Angelegenheit hier in Montreal. Öffentliche Telefonzellen gibt es, so sagt der Montrealais, kaum mehr. Nichtsdestotrotz finde ich an jeder Straßenecke eine. Diese geben nie Geld zurück. Auch nicht, wenn man sich verwählt hat und einfach die Nummer revidieren möchte. Auch nicht, wenn man noch Restgeld übrig hat und einen nächsten Anruf tätigen möchte. So bezahlt man und bezahlt ... und wird vorsichtiger, was das Eingeben von Telefonnummern angeht. Ich überprüfe jede einzelne Ziffer, bevor ich sie endgültig eintippe. Den Vorteil von Festnetztelefonen, nämlich daß Anrufe innerhalb der Stadt nie etwas kosten (ist wohl im Grundpreis inbegriffen), nutzt mein Vermieter, Stephane, nicht. Er hat erst keins. Dafür besitzt er ein Handy, obwohl die Handyverträge hier nicht tragbar sind! Oft bezahlt man selbst, wenn man angerufen wird. Wahnsinn, finde ich! Daher muss ich mir aber immer sehr genau überlegen, von wo aus und wann ich jemanden anrufen kann. Das ist mühselig, wenn es um Dinge wie die Wohnungssuche geht.

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