Donnerstag, 18. Dezember 2008

Heiliges Dilemma

Mir klingt sie noch und immer wieder im Ohr; die Frage: "Und was macht ihr zu Weihnachten?" Unter den Leuten, die ich in den letzten drei Wochen in Montreal traf, scheint sie zum allgemeinen Hauptgestprächsthema erkoren worden zu sein, mit dem man die vor sich hinplätschernde Unterhaltung am Laufen erhalten kann. Wer, mit wem, wie und wann, was gegessen wird ... das muß sich im Detail erklärt werden. Dabei wundere ich mich, warum nicht alle so Weihnachten feiern, wie bei meinen Eltern zu Hause. Wie jetzt? Ganz ehrlich, ohne Gottesdienst, ohne stundenlanges Kollektezählen danach im Gemeinderaum, ohne Glockengeläut von der grünen "Frank-Schöbel-und-Aurora-Weihnachten-in-Familie"-Schallplatte? Ohne "Wißt ihr, wen ich gerade gesehen habe?"? Eine seltsame Vorstellung!
Und dann die leidige Frage, die auch für uns noch im Raum steht: Soll es ein intimer Abend mit selbstentworfenem Menü bei Kerzenschein zu Hause werden oder doch lieber ein dreier-Pärchen-Abend? Mir fällt die Wahl leicht ... Ich glaub, ich muß mir noch ein Weihnachtsbaumkostüm besorgen aus Ermangelung eines echten Grünen.

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