Samstag, 11. April 2009

Unsere Mikrowelle ist ein Schrank!

Ich bin bekennender Mikrowellengegner! Leider muß ich heutzutage verhaltener mit meiner Einstellung umgehen und kann ich sie nicht mehr so laut kundtun, da ich ein übles, schrankähnliches Mikrowellenmonster in meiner Küche an strategisch guter Stelle sitzen habe - auf dem Kühlschrank. Da sie mich hier aber nicht hören kann: Mikrowellen sind laute, brummende und piepsende, unansehnliche Kästen, die meinem Essen mit ihren Strahlen den Kampf regelmäßig ansagen und nicht eher ruhen, bis meine Spaghetti, meine Milch, meine Suppe oder die Bohnen vor Wut kochend klein beigeben. Unsere Mikrowelle hier - ich taufe sie an Ort und Stelle der Einfachheit halber "Gitti" - Gitti also ist ein besonders häßliches Exemplar.
Sie erinnert mich, um ehrlich zu sein, an die Holzimitatklebefolien, mit der meine Eltern nach der Wende ihre Küchenmöbel beklebten. Die Lichtverhältnisse konnten damals nicht viel wett machen und zudem kleidete mein Vater dann auch noch die Küchenwände mit dunkler Paneele ein. Gitti allerdings ist hier in Montreal das dunkelste Küchenelement und kann mir allein mit ihrer Farbe nicht den Tag vermiesen ... wenn nicht das Holzimitat von ihren beiden Seiten strotzte.
Zu allem Übel ist Gitti darüber hinaus die am phänomenal schlechtesten zu bedienende Mikrowelle, die ich je kennenlernen mußte. Wenn sie sich nicht gegen eine Zeitneueinstellung weigert, blockiert sie die Auftaufunktion oder piepst mürrisch vor sich hin, bis mir die Ohren weh tun.
Gitti ist aber auch, wie die übrigen Kücheneinrichtungsgegenstände, gemessen an europäischen Verhältnissen gigantisch. Sie kann glatt drei Teller nebeneinander gleichzeitig bearbeiten und hat auch mit einer 8-Tassen-Front keinerlei Probleme. Hier seht ihr sie am Werk.
Und da ist es mir gelungen, der Schandtat ein Ende zu bereiten und die Tasse zu befreien.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen