Donnerstag, 9. Juli 2009

06.07.2009 - New York, City

Die Stadt, die nach Frank Sinatra niemals schläft, nimmt definitiv einen der hintersten Ränge auf der Liste meiner Lieblingsorte ein. Sie ist groß (8,3 Mio Einwohner und 19 Mio Einwohner in der gesamten Metropolregion), dreckig, stinkend, zugebaut bis zum Himmelsrand und eine Betonwüste ohne Gleichen! Bloß gut, daß ich das mal gesehen habe und mich jetzt entschieden dagegen aussprechen kann. Das pulsierende Leben NYs ist ein reiner Euphemismus für Streß und schnellen Straßen- und Metroverkehr. Mit ungelungenem Wortwitz versuchen sich die Stadtväter und -mütter an Werbe- und Erziehungsslogans wie diesem: 'Can it for a greener planet!' (Auf gut Deutsch: Die Nutzung von Mülleimern reduziert den Dreck in der Stadt und sorgt für saubere Zehennägel.) Den Reim darin muß man allerdings suchen.


Suchen muß man auch die Details der einzelnen auffällig großen und in der Lichterflut trotzdem untergehenden Plasma-Werbeschilder am Time Square, die ergebnislos um die Aufmerksamkeit der mitteleuropäischen Passanten M., P., S. und A. ringen.


Da sieht man doch nicht durch! ... Denke allerdings nur ich mir. Denn wer in New York wohnt, hat Nerven wie gehärteter Stahl und sucht sich Ausruhnischen, die für Unsereins undenkbar scheinen - mitten auf dem Time Square ohne Café in der Nähe an wild angeordneten Cafetischen die Beine hochlegen? Das ist nur unter dem Einfluß bewußtseinserweiternder Drogen wie kontinuierlich inhalierter Abgasen der gelben Stadttaxen möglich.


Um dem Mief zu entfliehen, wählten wir den Turm des Empire State Buildings, der uns im 86. Stockwerk zusammen mit hunderten Menschen unterschiedlichster nationaler Couleur Geräuschreduzierung und ein beeindruckendes Panorama ermöglichte.


(das müssen die berühmten schwindelerregenden Höhen sein)

Die Freiheitsstatue besichtigten wir aus der Ferne als Passagiere einer Fähre von Manhattan nach Staten Island ...

... und erhielten währenddessen von gut gegen die Sonne geschützt gekleideten, jungen Männern Geleit, die sich ihrer Freiheit nicht so sicher schienen und diese mit scharfem Geschütz zu verteidigen bereit waren. Ratesendung: Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, daß eine Touristenfähre im Juli 2009 auf einer 22 min Fährfahrstrecke mitten auf dem Hudson River einem terroristischen Anschlag zu Opfer fällt? Der Gewinner erhält eine vollautomatische M60, die er sich in den Vorgarten stellen kann.


Nach unserem Stadtbesuch verschlug es uns auf dem Weg zum trauten Campingplatz mit morgendlichem Rehstelldichein hinter dem Wohnmobil noch in die XXL-Abteilung des Wal-Marts, wo wir uns erneut mit den amerikanischen Eßgewohnheiten vertraut machen konnten.

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