Mittwoch, 22. Juli 2009

11.07.2009 - vom Allegheny National Park, Pennsylvania, über die Niagarafälle, Ontario, zum Darlington Provincial Park, Ontario

Der große Weiße ...

... und die kleine Rote hatten sich mittlerweile ganz passabel aneinander gewöhnt und brachen nach einem Pausentag endlich zu den Niagarafällen und zurück zum kanadischen Nachbarn im Norden auf. Dort wurden wir gebührend begrüßt - die sprichwörtlichen Eimer wurden auf uns regnen gelassen, so daß uns nichts Anderes übrig blieb, als uns unserem Ziel mit 70km/h, zusammengekniffenen Augen und wackeligen Knien entgegen zu steuern.

Bei den Fällen angekommen hatten sich die lieblichen Regenwolken verzogen und überließen uns an ihrer Statt gewaltigen Wassermassen von unten. An der Oberkante sehen die herunterbrechenden Fluten noch wie grünes Gelee aus.

Unten drunter gischte und spritze uns das Wasser nur so um die Ohren - da halfen auch die blauen Duschumhänge nicht mehr viel.

Von der kanadischen Seite der Fälle - den Horseshoe Falls - kann man auch sehr gut die Amerikanischen Fälle betrachten, die etwa halb so breit sind wie die Kanadischen. Übrigens froren jene 1936 ein, womit sie einen sehr breiten Eisvorhang bildeten. 33 Jahre später unterzogen die Amerikaner ihre Fälle geologischen Untersuchungen, da sie aufgrund anhaltender Erosionen und Gesteinsfälle drohten, irgendwann gänzlich zu verschwinden. Da sich lediglich 10% der Wassermassen des Niagarastroms ihren Weg über die Amerikanischen Fälle nach unten bahnen, konnten diese mittels eines 183m langen Dammes über die Horseshoe Falls auf der kanadischen Seite für fünf Monate umgeleitet werden. Wer's glaubt oder nicht, der kann sich sagen lassen, daß währenddessen die Touristen auch über das trockene Flußbett liefen. Cool! Und um die Fälle zu erhalten und der Erosion entgegen zu wirken, wurde dann noch Beton in das Gestein gesprizt, der Damm gebrochen und alles lief wieder in geordneten Bahnen - nur daß die Arbeiten die Leichen einer jungen Frau, eines Mannes und eines Hirsches der Öffentlichkeit hinterließen. Während Frau und Mann erfolgreich Suizid verübt haben, dürfte das bei dem Tier nicht der Fall gewesen sein. Es gibt über Selbstmordversuche hinaus jedoch auch heutzutage bekannte Persönlichkeiten, die einen Sturz in die Niagarafälle überlebt haben. Da war zum Beispiel 1960 ein damals siebenjähriger Junge, dessen Boot kenterte, der nur mit einer Rettungsweste bekleidet war, aber den Sturz mit einer leichten Gehirnerschütterung überlebte. 2003 stürzte sich ein Mann willentlich die Fälle hinunter und überlebte mit leichen Prellungen, Rippenbrüchen und Schürfwunden.

Wir fünf hatten nichts dergleichen vor, sondern holten nach unserem Wildwasserbesuch das Tier im weißen Riesen ab und setzten unseren Urlaub fort. Wir verließen Niagara Falls (so heißen nicht nur die Fälle, sondern auch die Städte auf kanadischer wie amerikanischer Seite) und wurden hier bei unserer Durchquerung Torontos auf einer 16-spurigen Stadtautobahn dokumentiert.

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