Mittwoch, 19. August 2009

Eingelebt?

Eben noch in Kanada und dann doch schon wieder seit zwei Wochen in Deutschland ohne entsprechende Nachricht?! Da müssen erst Freunde und Familie stutzig werden, daß der Hund nun schon so lange ohne Mutti und Mutti ihrer Ankunft im kalten Europa harren soll. Das kann ja nun wirklich nicht sein. Da nimmt die Sorglosigkeit dann doch überhand.

Wir sind wieder da!

Deutsche Sprichwortlust und Phrasendrescherei schlagen mir herzerfrischend täglich auf's Neue entgegen, seitdem ich am Ersten des Monats nach langer Flug- und Busreise wieder in heimischen Gefilden gelandet bin. Alles ist vertraut und doch neu und in seiner Vertrautheit ganz fremd und unglaublicherweise haben wir alle drei wieder einen Kultuschock durchzustehen, der diesmal durch die Heimat und alhergebrachten Sitten und Gebräuche im historischen Dresden hervorgerufen wird

Wer 11 Monate lang die Existenz bunten Lackgetümmels auf langen Plastefingernägeln erfolgreich verdrängen konnte, was in Montreal kein Kunststück ist, wo schrillem Nageldesign noch immer die richtige Lobby fehlt, muß sich in Dresden dagegen schon auf der kurzen, drei-Haltestellen-Busfahrt von zu Hause zur Agentur für Arbeit optisch intensiv mit den neuesten, hyperschicken und absolut bruchfesten Nagelmodellagen der alten wie neuen Generation arbeitender und arbeitsloser Töchter und Mütter auseinandersetzen.

Raucher gibt es hier vielleicht zahlenmäßig nicht absolut, aber ersichtlich relativ häufiger als in Nordamerika. Überall stehen und sitzen paffende, qualmende und Kippen austretende Bevölkerungsteile, die für ihre Tabakwaren sicher weniger Werschätzung erbringen als ihre kanadischen Artsgenossen, welche doch für eine Schachtel Zigaretten im Schnitt um die drei Euro mehr bezahlen müssen als der deutsche Raucher.

Eine absolute Unsitte sind in Deutschland nicht die neuen, immer größeren, schickeren und im Angebot stetig wachsenden BIO-Märkte, sondern BIÖ - namentlich das Phänomen von BierInderÖffentlichkeit. Dem Kanadier verpönt werden in Dresden Glas- und Pasteflaschen gefüllt mit Gebrautem in Parks, Straßenbahnen und Einkaufspassagen spazieren getragen. Alkohol ist natürlich auch in Montreal außerhalb vom staatlich kontrollierten Spirituosengeschäft und von heimischen Wohnzimmern zu sehen, dann wird er allerdings in braune, optisch direkt ansprechende Papptüten gehüllt getragen und verzehrt.

Nachtrag zum Hundetransport:
  • um eine Woche verspäteter Kostenvoranschlag durch eine Spedition für die Tierverschickung mit Flug nach Amsterdam und in Deutschland illegaler Fahrt von den Niederlanden über den Landweg nach Dresden = 5000$.
  • tatsächlich gezahlter Preis auf legalem (Flug-)Wege nach Berlin und ohne nach der Reise traumatisiertes Tier = 1250$ - Danke KLM!

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