Sonntag, 10. Januar 2010

Was immer auch geschieht - nie sollst Du soweit sinken, von dem Kakao, durch welchen man Dich zieht, auch noch zu trinken. (Erich Kästner)

Es wurde umgezogen am vorletzten Wochenende - schlappe 500 km von Dresden nach Stuttgart. Auf der nationalen Richterskala für Umsiedlungen erhielt der Einsatz einen stark erhöhten Wert von 7,5. Diejenigen geneigten Leser, welche in ihrer eigenen, kleinen DNA-Struktur ähnlich den am Umzug beteiligten Helfern das Nukleotid "professioneller Möbelpacker" eben  NICHT beherbergen, werden sich ein Bild von der Schwere des Unternehmens machen.
Unbefangenen Geistes möchte man meinen, Umzüge könnten Herzensfreude bereiten. Neue Lebensabschnitte, mittels derer man mit liebgewonnenen und/oder lästigen und/oder schädlichen Gewohnheiten brechen kann, stehen bevor. Schwedische und andere europäische Einrichtungshäuser mit mehr oder weniger Geschmack senden zarte, betörende Lockrufe an den Geldbeutel. Endlich besteht die Möglichkeit, sich der schweren, mindestens sechsmal pro Tag zu bewältigenden knapp 80 Treppenstufen zu entledigen und gegen eine heimelige Hochparterre einzutauschen. Volle Gehälter, vernünftiges Abschließen der Berufsausbildung, Beamtentum, warmes Ländle, erhöhte Sonnenscheindauer, Schwarzwald und Frankreich in der Nähe - der beglückenden Begleiterscheinungen des Umzuges nach Stuttgart gibt es viele.
Während ich so über die vergangene Plackerei nachdenke und gleichzeitig unglaubliche Dankbarkeit unseren Helfern gegenüber empfinde (O., S., K., L., U. und G. sei an dieser Stelle noch einmal großer Dank zugesagt), fällt mir gleichermaßen ein Stein vom Herzen, wie eine Erinnerung ins Bewußtsein, die zwar keine direkte Verbindung zu Umzügen hat, an dieser Stelle jedoch trotzdem mitgeteilt werden soll, da sie mir half, unsere Anstrengungen recht zu bewerten.
Einmal diskutierte ich in meiner Jugend mit meinem Freund T. die verschiedenen Weisen, Kakao zu trinken. Er, der Musikliebhaber, fand dabei folgende einleuchtende Ordnungsklassen. Kakao gäbe es aus der musikalischen Perspektive im Spektrum VolksmusikKakao (sehr hell), ChillOutKakao (weniger hell, aber immer noch nicht richtig braun), PopKakao (mittelbraun), HipHopKakao (schönes, durchdrungenes Braun und ausreichend gesüßt), GangsterrapKakao (läßt den Löffel schon fast in der Tasse stehen).  Der Ausgewogenheit werden würde ich heute der Skala gern noch HeavyMetalKakao (sehr dunkel und ungesüßt), Folkkakao (mit hohem Fettanteil, wogegen VolksmusikKakao nur aus 1,5%iger Milch angerührt wird) und DeutschRockKakao (statt echtem Kakao wird KabaInstantPulver verwendet) hinzufügen.
Bezüglich des Kakaotrinkens oute ich mich als überzeugter HipHopper und verleihe im gleichem Atemzug unserem Umzug das Prädikat "HeavyMetal", da es mir drei Tage lang mit erhöhtem Schlafdefizit und starkem Muskelkater im Gedächtnis haften blieb. Nun allerdings ist Popkakaotrinken angesagt, bis mir ab dem 11. Januar mit dem Einstieg in den Lehramtsanwärterdienst keine Zeit mehr für Kakaoeinrühr- und -aufkochrituale bleibt, und ich mittels Kaba zum DeutschRockTrinker verkommen werde. Wohl bekomm's!



1 Kommentar:

  1. Hey, ach schön von dir zu lesen, der Humor ist offensichtlich auch bereits aus Umzugskartons zum Vorschein gekramt worden. Liebe Grüße und *alles* Beste für den Neustart. s. von der ostseeküste

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