Dienstag, 19. Januar 2010

Wer's selbst nicht kann, macht's anders

An einem längst vergangenen Tage, an dem die Welt gut, das Referendariat fern, die Luft kälter und die Stadt noch in ihr weißes Kleid gehüllt war, machten sich J. und meine Wenigkeit in aller Herrgottsfrühe gutgelaunt zum Stuttgarter Frauenkopf - dem nächstgelegenen Wald - auf. Dort erhofften wir uns nicht nur körperliche Fitness und neuen, geistigen Schwung, auch einem Treffen mit humanen und caniden Artsgenossen waren wir prinzipiell nicht abgeneigt.

Bevor unser Blick jedoch auf Baumwurzeln, -stämme oder -wipfel fallen sollte, stellten sich uns Wunnensteinstraße, Libanonstraße und Buchwaldstaffel in den Weg mit dem Wunsch, in jugendlichem Leichtmut beschritten zu werden. Da nun aber gilt Nomen est Omen, machen sowohl der Wunnenstein, als auch der Libanon dem kühnen Spaziergänger mit je 400 und 3.000 Metern Höhe höchstens Mut auf eine Kaffeepause als auf eine straffe Wanderung - ich erinnere an H.P. Kerkelings übermutige Entscheidung zu 830km Jakobsweg. Der in unserem Falle lediglich als Appetithäppchen gemeinte Aufstieg der "Buchwaldstaffel" entartete daher an besagtem Tage, wie auch zu allen anderen Gelegenheiten, zum Trimm-Dich-Pfad.



Durch eine Strebergärteneinöde führten gefühlte 1.000 verschneite bis vereiste, schmale Stufen zum ersehnten Ziel. J. zweifelt bei einem derartigen Bergkurs regelmäßig an unserer Entscheidung, ihrer Frau Chens, aus einem fünften Stock im sonst recht ebenerdigen Dresden in ein Erdgeschoß im unverschämt hügeligen Stuttgart gezogen zu sein, gaben wir doch immer vor, uns ausgiebig Sorge um J.s junge Hüfte zu machen und das viele Treppensteigen vermeiden zu wollen. Recht überlegt haben wir uns das zugegebenermaßen nicht.



Doch trotz aller körperlichen Anstrengung meinerseits, war mir J. am Buchwaldstäffele letztendlich stets ein Stück voraus und empfing mich kaum mit offenen Armen, sondern mit auf die gefrorenen Stufen trommelnden Zehen.



Der Frauenkopf gewährte uns an jenem Tage erfrischende, winterliche, wenn auch einsame Einsichten.

Erst heute, in wärmerem, abgetautem und aufgeweichtem Zustand ließen sich allmählich wieder Hunde und Menschen im Wald blicken. Diese luden J. und F. auf der Stelle zum alltäglichen, nachmittäglichen Treffen ein. Weitere Neuigkeiten zur Sportbrigade daher am Donnerstag nach einer ausführlichen Runde Schlammcatchen.

1 Kommentar:

  1. so so... neuer G-Service, neue Hundekumpel und sogar, höre und staune, ne neue Hunderunde! nun, ich hoffe doch sehr, das sich die Mitglieder dieses Treffs als kompatibel erweisen :-)))

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